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| BMW-Werk Allach |
Mit der Machtübernahme Hitlers und des NS-Regimes ab 1933 gewann die Luftrüstung im Deutschen Reich die höchste Priorität. Das Reichsluftfahrtministerium sicherte BMW wie allen anderen Rüstungsunternehmen hohe Renditen. Laut Plan des BMW soll außerdem die geforderte schrittweise Arisierung der Belegschaft durchgeführt werden. Ab 1942 betrieb das Unternehmen im Rahmen der NS-Maximierung aktiv den Einsatz von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen. Sie agierte weitgehend autark und stieg zu einem wichtigsten Flugmotorenproduzenten der Luftwaffe auf.
Die Verstrickungen von Konzernen in die nationalsozialistische Politik wurde nach dem II Weltkrieg nicht sonderlich verfolgt, bis 1990er haben sich die Konzerne geweigert, die Wiedergutmachungszahlungen an die Gruppen der Betroffenen zu leisten. Erst in 1990er wurden die Bemühungen aufgenommen, hohe Schadensersatzzahlungen von den Deutschen Konzernen zu fordern. Es würden Initiativen, wie etwa Ausstellungen und Vorträge organisiert und Studien durchgeführt. Die ausgewanderten ehemaligen Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in den USA forderten gerichtlich hohe Schadensersatzzahlungen von den deutschen Firmen. BMW fühlte sich hierzu zur Verantwortung gezogen und gezwungen, bis dahin zur Unternehmenskultur gehörenden Mythen und Vorstellungen über die eigene NS-Geschichte zu revidieren und ein neues faktenbasiertes Historisches Selbstverständnis zu entwickeln.
Nach dem Ende des II Weltkrieges 1949 gelange das Verbrechen der NS-Zwangsarbeit zunehmend in die Vergessenheit. Zwar durften die Betroffenen seit 1953 laut Bundesentschädigungsgesetz Entschädigungen beantragen, die Klagen wurden jedoch oft abgewiesen, da die Zwangsarbeit nicht als Verbrechen anerkannt wurde, sondern als notwendige Begleiterscheinung des Krieges gesehen. Zudem müssten die Antragsteller ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik gehabt haben. Zwar leistete die BRD in Form von sog. Globalabkommen Entschädigungen an die einzelnen Staaten, zahlte aber keine individuellen Entschädigungen an die einzelnen ehemaligen Zwangsarbeiter*innen.
In den 1990er kam es, vor allem in den USA zu Boykottaufrufen, Sammelklagen und Entschädigungsforderungen von ehemaligen Zwangsarbeiter*innen gegen große deutsche Konzerne. Unter dem öffentlichen Druck kam die Bundesregierung zum Entschluss, einen sog. Entschädigungsfond zu errichten. Dies befreite die beteiligten Konzerne von allen zukünftigen Forderungen und die Zahlungen waren steuerlich absetzbar. So erhielten die Betroffenen Zahlungen zwischen 2 235 und 7669, wobei die Höhe der Leistungen von der Art der Ausbeutung abhängig war.
Automobilkonzerne wie BMW, Mercedes und Volkswagen spielten im II Weltkrieg eine erhebliche Rolle. Die Verbindung dieser Unternehmen im Nationalsozialismus wurde zwar unzureichend aufgearbeitet, jedoch unternahmen nach dem Krieg manch Unternehmen eine Probe der wissenschaftlichen Nachforschung ihrer Unternehmensgeschichte im Kontext des Nationalsozialismus. So erschien 1996 zum Beispiel eine umfassende Studie zur Verstrickung von Volkswagen im System der Zwangsarbeit. Die Durchführung der Studie wurde von dem Konzern unterstützt.
Auch im Bau der Autobahnen spielte die Zwangsarbeit eine erhebliche Rolle. Der Straßenbau im II. Weltkrieg beschäftigte 149.000 Zwangsarbeiter und war ein Teil des Projekts Die Vernichtung durch Arbeit. Wie Conrad Kunze in seinem Buch „Verdrängte Erinnerungen. Die Autobahn und der Nationalsozialismus“ schreibt, war Hitler eine Projektionsfläche bereits vorhandenen gesellschaftlichen Strömungen, die ein Faktor seines Aufstiegs darstellen. Zwar war die Autobahn zunächst eher exklusiv (es gab wenige unter den Bürgern, die sich einen Automobil leisten konnten), jedoch gab es sehr früh bereits ein Versprechen vom Auto für alle. Die Autobahn verkörperte die Idealvorstellung der Volksgemeinschaft des Nationalsozialismus. Eine besondere Rolle spielten maskuline Sinnbilder, wie das des Mannes als eines aktiven Arbeiters. Gleichzeitig unterstützte die Propaganda den allgegenwärtigen Geschwindigkeitsrausch. Die Erfindungen des Reiches mutßen die monumentale Werke der Antike übertreffen: Die Reichsautobahn muss wie eine chinesische Mauer, die Akropolis der Athener, wie die Pyramiden Ägyptens ein Turm im Weichbild der Weltgeschichte werden (Schütz/Gruber 1996, 4).
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| Zwangsarbeiter im BMW-Werk Allach |
Für das BMW zählt die Nazizeit als der schlimmste Kapitel in der Geschichte der Firma: Krieg, Ausbeutung der Menschen, Leid und Scheitern – Der Versailler Vertrag nach dem II Weltkrieg verbot die weitere Produktion der Motoren. Nichts desto trotz profitierte die Motorenindustrie enorm von dem Angriffskrieg Hitlers. Nach seiner Amtsübernahme instrumentalisierte Hitler die BMW-Werke, so wie die anderen Unternehmen auch, die ab jetzt ein Zulieferer für das Nationalsozialismus werden sollten. Innerhalb von 5 Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten in der Flugzeug- und Motorenindustrie auf mehr als das Zwanzigfache an. BMW profitierte und errichtete eine Flugmotorenfabrik in Allach, die zum Schandfleck der Unternehmensgeschichte wurde. Dort wurden die Zwangsarbeiter eingesetzt, um den Doppel-Sternmotor BMW 801 zu produzieren. Die Erwartung des Regimes bezüglich der Anzahl der produzierten Waren wurde immer größer, was sich auf die Erwartungen gegenüber sowie die allgemeine Situation der Arbeiter negativ ausgewirkt. Über 2000 Häftlinge starben in Folge von Hunger, Kälte und Entkräftung. Eine frühere Zwangsarbeiterin einer der Batterie-Fabriken berichtet, dass die Arbeiter dort ausgepeitscht wurden, ihnen kein Wasser zur Verfügung stand und sie gezwungen waren, aus den Toiletten zu trinken, um nicht zu verdursten. Auf dem Fabrikgelände soll es sogar einen Exekutionsplatz mit einem Galgen gegeben haben. Die Zwangsarbeiter in den BMW-Fabriken arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen. Die Arbeitszeiten waren lang und es wurde oft ohne Pause gearbeitet. Es herrschte der Mangel an Nahrung, die Verpflegung war minimal und viele litten unter dem Hunger und Mangelernährung. Es fehlte Schutzkleidung, die Arbeiter kamen leicht in Berührung mit giftigen Substanzen, wie etwa Blei. Die Unterkünfte waren überfüllt, unhygienisch und boten im Winter kaum Schutz vor den Witterungen. Die Zwangsarbeiter unterlagen Gewalt, Misshandlungen und Erniedrigungen durch Aufseher.
Über all das wurde es bis in die 80er hinein geschwiegen. BMW zeigte sich als eins der ersten Konzerne, die bereit waren, seine Vergangenheit im Nazi-Regime wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die Firma gehört zu den Gründungsmitglieder der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft, das sich für die Entschädigung der ehemaligen Zwangsarbeiter einsetzt.
Die Geschichte der Zwangsarbeiter in den BMW-Fabriken während der NS-Zeit ist ein schmerzhaftes Kapitel, das die dunkle Seite der industriellen Produktion im Nationalsozialismus beleuchtet. Es ist wichtig, diese Geschichte zu bewahren und die Erfahrungen der Zwangsarbeiter zu würdigen, um sicherzustellen, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist entscheidend für die Entwicklung einer verantwortungsvollen Erinnerungskultur und das Bewusstsein für die menschlichen Kosten des Krieges und der Ausbeutung.



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